
10.03.26 –
Anlässlich des Internationalen Frauentages am 08. März haben wir eine besondere Stadtführung in Walsrode ausgerichtet: eine Kostüm-Führung über das Leben der Malerin Hermine Overbeck-Rohte. Die Führung machte deutlich, wie außergewöhnlich – und zugleich herausfordernd – der Weg von Frauen in Kunst, Beruf und Öffentlichkeit um 1900 war.
Hermine Rohte wurde 1869 in Walsrode geboren und wollte schon früh Malerin werden. Doch der Weg dahin war als Frau alles andere als selbstverständlich. Erst nach Umwegen – unter anderem als Krankenschwester und Erzieherin – konnte sie schließlich eine künstlerische Ausbildung beginnen und knüpfte Kontakte an die berühmte Worpsweder Künstlerkolonie. Dort lernte sie den Maler Fritz Overbeck kennen, den sie später heiratete. Wie bei vielen Frauen ihrer Zeit veränderten sich damit auch ihre Lebensumstände. Neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit standen zunehmend familiäre Verpflichtungen im Vordergrund: Ehe, Kinder und Haushalt bestimmten ihren Alltag. Obwohl sie weiterhin malte, blieb ihr künstlerisches Schaffen oft hinter den Erwartungen zurück, die sie selbst an sich hatte. Ihre Lebensgeschichte steht stellvertretend für viele Frauen dieser Zeit, deren Talente und Ambitionen durch gesellschaftliche Rollenbilder eingeschränkt wurden.
Seitdem hat sich viel verändert. Frauen haben heute Zugang zu Bildung, Beruf und politischer Teilhabe – Rechte, für die viele Generationen vor uns kämpfen mussten. Doch Gleichberechtigung ist noch längst nicht vollständig erreicht. Ein Blick z.B. auf die Verteilung von Sorgearbeit zeigt das deutlich: Auch heute leisten Frauen in Deutschland weiterhin den Großteil der Care-Arbeit – also Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und Haushaltsarbeit. Diese Arbeit ist unverzichtbar für unsere Gesellschaft, wird aber häufig unsichtbar gemacht und ungleich verteilt. Und das ist nur einer von vielen Bereichen, in denen Frauen in unserer Gesellschaft weiterhin strukturell benachteiligt werden.
Die Geschichte von Hermine Overbeck-Rohte erinnerte uns noch einmal daran, wie wichtig es ist, für echte Gleichstellung einzutreten – im Alltag, in der Arbeitswelt und in der Politik. Am Internationalen Frauentag feiern wir jedes Jahr die Fortschritte, die bereits erreicht wurden. Gleichzeitig bleibt es unsere Aufgabe, weiter daran zu arbeiten, dass Frauen ihre Lebenswege frei gestalten können – ohne strukturelle Hürden, überholte Rollenbilder und finanzielle Benachteiligung. Denn Gleichberechtigung ist kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte. Sie ist eine Aufgabe für die Gegenwart und für die Zukunft.
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